Mittwoch, 7. Juni 2017

St. Petersburg mit Tourguide



Unser zweiter Landgang bot gleich zwei Besonderheiten:

Zum einen brauchen Besucher aus Deutschland ein Visum um in Russland einreisen zu dürfen und zum anderen befand sich auf Grund der Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ ganz St. Petersburg im Ausnahmezustand, denn wenn das russische Militär etwas zu feiern hat, dann feiert es richtig…


Aber der Reihe nach:

Wir haben schon öfter mal darüber nachgedacht dem Geburtsland meines Mannes einen Besuch abzustatten und die ein oder andere russische Großstadt genauer unter die Lupe zu nehmen.

Leider scheiterte es in der Vergangenheit immer an der Visumspflicht für deutsche Einreisende. Ein solches Visum müsste Wochen vor Reiseantritt beantragt werden und ist natürlich auch mit weiteren Kosten verbunden. Je nach dem ob man sich um alle Formalitäten selbst kümmern möchte oder eine Agentur damit beauftragt, entstehen zusätzliche Reisekosten von bis zu 110€ pro Person.

Glücklicherweise sind Schiffsreisende hiervon ausgenommen und können beispielsweise St. Petersburg mit einem sogenannten Tourticket besuchen. Hierfür gibt es nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten:


Tourticket 


Entweder man bucht einen Ausflug direkt beim Kreuzfahrtanbieter und begiebt sich mit einer Gruppe, sprich mit einem Sammelvisum, auf Entdeckungstour oder man sucht sich bereits von zuhause aus eine private Reisebegleitung und verbringt den Tag mit dieser ganz individuell im Reiseziel.

Wir haben uns für letzteres entschieden und sind absolut begeistert von diesem einmaligen Städtetrip.


Tourguide



Bereits im Januar habe ich per Mail Kontakt zu verschiedenen Reisebegleitern und Ausflugsagenturen aufgenommen und mir verschiedene Angebote speziell nach unseren Vorstellungen zusammenstellen lassen. Die Preisunterschiede waren extrem, das Leistungsangebot jedoch fast überall gleich. Wir entschlossen uns für einen kleinen Geheimtipp, den ich in einem Reisebericht über St. Petersburg entdeckt hatte:

Elena Likhatschowa von tourbegleitung.com



Ich nannte ihr im Vorfeld all unsere Wünsche und Vorstellungen und sie stellte uns nicht nur ein tolles Programm zusammen, sondern kümmerte sich auch gleich um Visa, das Transportmittel vor Ort und benötigte Eintrittskarten.
Was genau wir für diesen umfangreichen Service zahlen mussten, erfahrt ihr am Ende des Berichts. Nun erst mal zu unserem Tag in St. Petersburg:


Ein Tag in St. Petersburg


Pünktlich wie vereinbart wurden wir um 10 Uhr morgens von unserem deutschsprachigen Reiseleiter Evgenij im Hafenterminal herzlich begrüßt.

Da wir unsere Tourtickets (Visa) bereits vorab per Mail von Elena erhalten haben, hatten wir die Passkontrolle bereits passiert und konnten mit Evgenij direkt zu unserem Minivan laufen, an dem unsere Fahrerin Elena bereits wartete.
Für die beiden Kids waren Kindersitze vorbereitet und im Bus gab es ausreichend Platz für uns und unser Ausflugsgepäck.
Und schon ging es los mit einer ersten Stadtrundfahrt durch St. Petersburg. Evgenij gab uns nicht nur einige erste interessante Infos zu Land und Leuten, er besprach mit uns noch einmal den geplanten Tagesablauf und bat uns darum ihm einfach bescheid zu geben sobald es zu Änderungswünschen unserer Seits kommen sollte. Mit kleinen Kindern weiß man schließlich nie so recht was einen erwartet...
Der erste Stop des Tages war der Besuch der aktiven russisch-orthodoxen Nikolaus-Marine-Kathedrale.



Wir hatten das Glück die Kirche während eines Gottesdiensts besuchen zu dürfen und bekamen so einen kleinen Eindruck vom Gemeindeleben und hatten zudem die Möglichkeit den Chor in Aktion zu hören und zu sehen…wow…wunderschöne Klänge und faszinierende Wandgemälde. Ein beeindruckendes Besuchserlebnis…wenn auch leider ohne Erinnerungsfotos vom Innern der Kirche.
Nach rund 30min Aufenthalt ging es zurück in den Minivan und weiter Richtung Isaakskathedrale. Da wie bereits erwähnt unserer Besuch zufälligerweise auf einen der höchsten Feiertage Russlands fiel und in vielen russischen Großstädten an diesem Tag nicht nur Museen und andere Sehenswürdigkeiten für Besucher geschlossen bleiben, sondern auch Militärparaden stattfinden, musste sich unsere Fahrerin Elena durch überfüllte Straßen kämpfen und so manchen Umweg in kauf nehmen. 



Wir bekamen hiervon allerdings nur sehr wenig mit, denn Evgenij machte aus der Not eine Tugend und zeigte uns seine Stadt auf ganz besondere weise und hatte an jeder Straßenecke eine andere Geschichte parat.
Als wir dann gerade am Yusupov -Palast hielten und er uns die wahre Geschichte über den dreifachen Mord an Rasputin erzählte, gab es einen ungewöhnlichen Lärm.
Die einige Straßen weiter stattfindende Militärparade wurde durch die Luftstreitkräfte imposant beendet. Zahlreiche Hubschrauber und Flugzeuge flogen in unterschiedlichen Formationen über unsere Köpfe hinweg und zu guter letzt rasten zwei wirklich sehr tief fliegende Düsenjets über die Dächer der Stadt und teilten sich unter einem ohrenbetäubenden Lärm in unterschiedliche Flugrichtungen auf. Zahlreiche Autoalarmanlagen begannen zu hupen und uns blieb der Mund offen stehen…oha! Wirklich beeindruckend!





Auf dem Programm stand neben dem Besuch von Kirchen und Kathedralen auch noch eine Fahrt mit einer der tiefsten U-Bahnen der Welt.
Gute 70 bis 90m tief unter der Erde liegt die Metro von St. Petersburg und verbindet viele imposant verzierte Bahnhöfe miteinander.




Natürlich durfte auch der Besuch der Hermitage mitsamt des Winterpalastes nicht fehlen. Doch leider konnten wir diese Sehenswürdigkeit auf Grund des Feiertages nur von Außen bestaunen. So haben wir definitiv einen weiteren Grund für den nächsten Besuch...


Blutkirche


Unser aller Highlight war jedoch die Blutkirche im Herzen der Stadt. Allein die Zwiebeltürme und die Fassade sind einen Besuch wert. Doch um herauszufinden was uns an dieser Kirche so gut gefallen hat, muss man ins Innere eintreten:
Unzählige kleine Mosaiksteine wurden hier zu wunderschönen, einzigartigen Wand- und Deckengemälden zusammengefügt. Wahnsinn.






Sogar unsere Kinder sprechen heute noch von den vielen kleinen Steinchen die ein Bild ergeben. Absolut sehenswert.


Bevor es für uns gegen 17 Uhr zurück aufs Schiff ging, wollten wir noch einen kleinen Spaziergang über St. Petersburgs Prachtstraße Nevsky-Prospect machen, eine kleine russische Köstlichkeit schlemmen und ein paar Mitbringsel einkaufen.




Total Begeistert und rundum zufrieden ging es dann per Minivan zurück in den Hafen, nochmal den ein oder anderen Palast im Blick und vorbei am Kreuzer Aurora. St. Petersburg ist wirklich eine Reise wert...egal ob Familienausflug oder Kulturreisender...einfach ein wunderbarer Städtetrip.


Der Preis

Während der Heimfahrt telefonierte Evgenji mit seiner Chefin Elena und ging mit ihr nochmals den Tag von Anfang bis Ende durch. Nannte ihr alle unternommenen Aktivitäten und wo wir welche Stopps mit nötigen Eintrittskarten gemacht hatten: Alles wie zuvor vereinbart.
Evgenji gab mir sein Handy und Elena bedankte sich nochmal persönlich für das Buchen ihrer Agentur. Nachdem ich ihr ganz begeistert von unserem Trip erzählt hatte, nannte sie mir den Preis für diesen tollen Service:

7h Programm

7h Minivan und Fahrerin und Kindersitzen

7h Tourguide

4x Tourticket (Visa)

4x U-Bahn-Tickets

Eintrittskarten in die Blutkirche



für unschlagbare 297€ !!!


Zum Vergleich: Eine Tour mit Aida hätte für rund 3h Stadtrundfahrt pro Erwachsenem 79€ und pro Kind 59€ kosten sollen.

Viele der anderen Agenturen wollten für das gleiche Programm ab 600€ aufwärts

Also solltet ihr demnächst nach St. Petersburg reisen: Wir können euch Elena und ihr Team nur wärmstens ans Herz legen...es war ein unvergesslicher Tag.

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