Donnerstag, 25. Mai 2017

Tallinn - Estland

Nach einem gemütlichen 1. Seetag und einem ausgiebigen Frühstück auf hoher See, ging es für uns das erste mal an Land.

Wir machten uns auf Entdeckungstour durch Estlands Hauptstadt Tallinn.

Bereits zu Hause habe ich mir einige Reiseberichte im Internet angesehen und Reiseführer durchstöbert. Und so konnten wir uns gut vorbereitet auf den Weg machen.

Unser Anleger im Kreuzfahrthafen war rund 1,3km entfernt von Tallinn´s wunderschöner, kleiner Altstadt. Eine Distanz die wir bei strahlendem Sonnenschein und frischen 5°C gerne zu Fuß zurücklegen wollten.
Also alle Mann von Bord und abmarsch Richtung Vanalinn, die Altstadt von Tallinn.

Wir hatten uns vor unserer Kreuzfahrt eigentlich nie wirklich Gedanken über Estland gemacht. Und hätten es womöglich niemals als Reiseziel auserkoren.
Umso überraschter waren wir nun von der Stadt und ihrer Bewohner.

Die Umgebung rund um den Hafen ist neu und modern gestaltet. Es befinden sich noch einige Gebäude und Straßen im Aufbau und man konnte gut erkennen, dass sich hier in den nächsten Jahren noch manches verändern wird.

Nach einigen überquerten Kreuzungen und Dank der guten Beschilderung, waren wir schnell am ersten Punkt unserer kleinen Sightseeing Tour angelangt.

Die dicke Margarethe



Am nördlichen Teil der Altstadtmauer befindet sich die sogenannte Strandpforte.
Damals errichtet um die Stadt vor Angriffen von der See aus zu schützen und bei ankommenden Besuchern Eindruck zu schinden.
Im 16. Jahrhundert wurde dann während der Rekonstruktionsarbeiten ein großer, runder Geschützturm angebaut: die dicke Margarethe.
Heute befindet sich hier das Estnische Meeresmuseum und ein Cafe mit wunderschöner Dachterrasse.


Der Weg hinein ins alte Zentrum führte entlang zahlreicher uralter Häuser.
Manche wurden bereits liebevoll und sehr detailgetreu restauriert, andere wiederum scheinen seit Jahrhunderten unberührt.
Ich hätte in dieser Kulisse eher Hausmütterchen mitsamt Kittelschürze erwartet, als die schick in Louis Vuitton gekleideten working-mums, die uns tatsächlich begegneten.
Eine tolle Mischung aus alter Architektur und moderner Bewohner prägen das Stadtbild.




Die Pikk, die inoffizielle Hauptstraße Tallinn´s, führte uns an der einst höchsten Kirche der Welt vorbei.
Die Olaikirche bietet Interessierten eine sehr enge Aussichtsplattform hoch über den Dächern der Stadt. Mit kleinen Kids leider nichts für uns...





Stattdessen folgten wir der Pikk vorbei an gemütlichen Restaurants und kleinen Geschäftchen, bis hin zur "Pikk jalg".

Früher bestand Tallinn aus zwei Städten, der Ober- und der Unterstadt.
Zu dieser Zeit gab es lediglich einen Weg der die beiden Städte miteinander verband...die Pikk jalg...besser bekannt als der lange Domberg.




Da in dieser engen Gasse schon damals reger Kutschenverkehr herrschte, nahmen Fußgänger den Weg über zahlreiche Stufen zwischen den Häusern, den kurzen Domberg.



Wo früher noch Stadttore die Bewohner am Abend "einschlossen", stehen heute Besucher aus aller Welt und lauschen den Klängen der Straßenmusiker.

Bevor es für uns über den kurzen Domberg hinunter auf den Marktplatz gehen sollte, nahmen wir noch Kurs auf die Alexander-Nevsky-Kathedrale und sahen dort die ersten regionaltypischen Zwiebeltürme unserer Reise



Eigentlich sollte unsere Tour mit dem Besuch des alten Kanonenturms kiek in de kök und einer Führung im Bastionstunnel enden, doch leider werden erst Kinder ab 7 Jahren zur Führung zugelassen (Grund hierfür sind Dunkelheit und Kälte im Tunnel).
Also musste kurzer Hand eine Alternative her.

Da unsere Jüngste während unseres Souvenier-Streifzugs auf dem Marktplatz im Buggy eingeschlummert war und der Große so langsam aber sicher Lust auf eine süße Stärkung bekam, suchten wir nach einem gemütlichen Cafe´.





Unsere Suche führte uns in einen versteckten Hinterhof und dort fanden wir einen echten Geheimtipp








Nach leckerem Schokoeis und heißer Schokolade samt Chilli und Tequila ;-) hieß es für uns Abschied nehmen...



Abschied von einer kleinen, außergewöhnlichen Stadt die wir euch ans Herz legen möchten.


Alle Mann an Bord und bereit machen für neue Abenteuer...

Mittwoch, 17. Mai 2017

Unsere erste Kreuzfahrt und ob wir es wieder tun würden?!

Wir sind gerade zurück aus der Ostsee und noch bevor der Alltag wieder Einzug hält, hier ein erster kleiner Reisebericht unserer Kreuzfahrt...


Bereits im Vorfeld hatten wir uns ausgiebig mit dem Thema Kreuzfahrt beschäftigt, Kataloge und Internetseiten durchstöbert, mit erfahrenen Kreuzfahrtfans gesprochen und Reiseberichte gelesen.

Wohin soll die erste Reise per Schiff gehen?
Wie ist es mit der Sicherheit der Kids an Bord bestellt und kann eine quirlige zweijährige nicht ruck zuck über Bord gehen?
Wie reagieren die anderen Kreuzfahrtgäste auf Kinder und vor allem Kleinkinder?

All diese Fragen haben wir uns vor Reiseantritt gestellt und heute können wir euch unsere Antworten verraten:

Ursprünglich hatten wir geplant eine Transatlantikreise mit der "TUI Mein Schiff" von Jamaika nach Palma de Mallorca zu buchen und waren tatsächlich nur einen Klick davon entfernt, als wir eine sehr ausführliche Reportage inkl. Vergleich dreier Kreuzfahrtschiffe im Fernsehen sahen.
Leider bekamen wir durch diese Reportage den Eindruck, dass der Aufenthalt auf einem Kreuzer stressig, laut und eng sein würde und warfen unsere Pläne komplett über Bord....

Doch irgendwie ließ uns das Thema keine Ruhe und wir entschlossen uns doch noch dazu einfach selbst unsere Erfahrungen zu machen:

Wir durchforsteten sämtliche Kataloge und Internetseiten nach passenden Schiffen und Zielen.
Kurze Zeit später wurden wir bei AIDA fündig.
Es sollte für uns in die Ostsee gehen.

Warum? Gründe dafür gab es einige:

  • Wir wollten nicht die üblichen Mittelmeerhäfen und Städte ansteuern, die wir zum Teil schon von Flugreisen her kannten.
  • Wir wollten schon seit längerem mal ein paar Tage in Russland verbringen und da dies für Kreuzfahrtgäste auch mit vereinfachtem Visum möglich ist, wollten wir dies ausnutzen.
  • Wir suchten nach einer Reise die sowohl Natur als auch Großstadttrubel verspricht und Eltern wie Kindern etwas zu bieten hat.
  • Und zu guter Letzt startete die Tour in Warnemünde und es war keine Anreise/Abreise per Flugzeug nötig.
Ein paar kleine Klicks und schon war unsere Kabine auf der AIDAmar gebucht.
Wir entschieden uns für eine Innenkabine mit Fenster...nein ihr habt euch nicht verlesen, das gibt es tatsächlich...auf der AIDAmar sind z.B. die Kabinen 5206 und 5306 als Innenkabine ausgeschrieben, haben aber ein großes Fenster mit Sichtbehinderung. Das Meer kann man wunderbar sehen und der Preis ist natürlich auch deutlich besser als der einer "tatsächlichen Meerblick-Kabine".
Also Internetrecherche lohnt sich.


Letzten Samstag war es dann endlich soweit und wir stachen in See.

Der Check-In war einfach und reibungslos. Dank der Kids wurden wir bevorzugt und mussten nicht lange warten. 
Es ist wirklich beeindruckend wenn man so ein riesiges Schiff zum ersten Mal aus nächster Nähe sieht und dann an Bord geht.


Leider war unsere Kabine noch nicht zum Einzug bereit und wir beschlossen unser fahrendes Hotel erst einmal zu erkunden:

  • Buffetrestaurants
  • A-la-Cart Restaurants
  • zahlreiche Bars
  • Kidsclub
  • Theatrium
  • 4D-Kino
  • Spa-Bereich
  • Fitnessstudio
  • Pools
  • Sonnendeck
  • Brauerei
  • Casino
  • Sportdeck...
...und vieles, vieles mehr galt es zu entdecken und auszuprobieren. Es sollte also keine Langeweile aufkommen.





Am Nachmittag war es dann soweit und wir konnten uns in der Kabine ausbreiten.
Ein Doppelbett, ein Babybett und ein weiteres Bett (das aus der Decke ausgeklappt wurde) warteten auf uns.
Natürlich ist eine Kabine im Vergleich zu einem Hotelzimmer recht eng, aber es gab ausreichend Stauraum für Kleidung, Spiele, Schuhe und Sonstiges. Auch Koffer, Jacken und Taschen fanden schnell ihren richtigen Platz. 
Gerade mit kleineren Kindern ist eine Kabine für 4 Personen absolut ausreichend.

Bereits bei seiner Willkommensansprache schwärmte unser Kapitän vom Auslaufen aus dem Hafen und das man dies auf keinen Fall verpassen dürfte. Bis es allerdings soweit war, galt es noch für Passagiere und Crew die vorgeschriebene Rettungsübung zu absolvieren.
Manch einem mag das ziemlich nervig erscheinen, man ist ja schließlich im Urlaub. Wir und die meisten anderen Passagiere hingegen fanden es tatsächlich hoch interessant. 
Schon dutzende Male hatten wir die Videos über das Anziehen der Rettungsweste im Flugzeug gesehen. Was sollte also schief gehen? Jetzt standen wir in unserer Kabine auf engstem Raum, mit drei verschiedenen Größen und Arten von Rettungswesten in der Hand. 
Wie war das nochmal? 
Einfach über den Kopf ziehen oder die Arme durch? 
Muss der Gurt verschlossen werden und was ist das für ein blauer Knopf auf der linken Seite? 
Kurze Zeit später ergab jede Öffnung ihren Sinn und wir konnten alle vier die Kabine verlassen und hinaus aufs Deck zur Zählung treten.
Da eine Familie das ganze Wohl nicht Ernst genug nahm oder sich schlicht und einfach verlaufen hatte, dauerte die Übung ein wenig länger als geplant. 
Ich fand es trotz alledem eine sehr wertvolle Erfahrung...

Nun aber zum schönsten Teil des ersten Abends:

Das Auslaufen aus dem Hafen in Warnemünde war wirklich unbeschreiblich schön. 
Strahlender Sonnenschein, blaues Wasser so weit das Auge reicht, viele begeisterte Zuschauer an Land, laut hupende Begleitschiffe und dazu der AIDA Auslaufsong "Sail Away" von Enya





        Der absolute Hammer!!! Alleine hierfür hat sich die weite Anreise nach Warnemünde schon gelohnt.

Anschließend ging es dann aber nicht ganz so euphorisch weiter, denn wenn nach dem Auslaufen über 2000 Passagiere mit knurrendem Magen das Buffet entern wollen, ist Stau vorprogrammiert.
Es brauchte also mehrere Anläufe bis es endlich soweit war und auch wir einen Tisch fanden.
Ein wenig gefrustet durch die lange Suche, begaben wir uns ans Buffet. Immer im Hinterkopf die Frage ob das jetzt wohl all abendlich so ablaufen würde?

Das ausgesprochen schmackhafte und toll angerichtete Buffet entschädigte sofort und wir starteten gemütlich, mit vielen Köstlichkeiten und gut gelaunt in unsere erste Reise auf hoher See!
Und NEIN, die folgenden Restaurantbesuche waren deutlich angenehmer und ruhiger. Es dauert eben eine Weile bis jeder seinen Platz auf dem Schiff gefunden hat :-)


In den kommenden Tagen möchte ich euch mehr über unsere Ausflüge an Land berichten und was vor allem unseren Kids am besten gefallen hat.


Doch zuvor zur alles entscheidenden Frage:
Würden wir es wieder tun?

Kreuzfahrtgäste sind ausgesprochen liebe und offene Menschen. Sehr kinderfreundlich und recht gelassen. Wenn es eng wird rückt man zusammen und tauscht beim Abendessen gleich seine Erfahrungen vom Landgang aus oder gibt sich Tipps für den kommenden Tag oder das Leben an Bord.
Die Crew ist sehr freundlich, hilfsbereit und extrem kinderlieb.
Es macht unheimlich Spaß einen Tag auf See zu verbringen und dabei das Sportdeck oder den Kidsclub unsicher zu machen. Ein Sonnenbad dick eingemummelt in Jacke und Decke auf dem Pooldeck zu nehmen und dabei einen leckeren heißen Caipi zu schlürfen.
Viele unterschiedliche Städte in kurzer Zeit zu besuchen und erste Eindrücke zu sammeln.



JA, wir werden es wieder tun...
...aber erst in einiger Zeit! 

Wir haben festgestellt, dass wir doch einfach mehr Typ Individualreise sind.
Können euch aber trotzdem eine Kreuzfahrt (gerade wegen der Kids) nur wärmstens empfehlen. Unsere Beiden haben sich pudelwohl gefühlt. Und haben es nach jedem Landgang genossen wieder "nach Hause" aufs Schiff zu kommen.
Die Sicherheit an Bord wird groß geschrieben und in fast allen Bereichen im Freien sind Glaswände als Reling verbaut, sodass auch eine quirlige zweijährige nicht über Bord gehen kann. 

Also worauf wartet ihr: Leinen los!!!