Freitag, 16. Juni 2017



Gerade in diesem Moment tritt eine meiner besten Freundinnen vor den Traualtar.
Und da dies nicht nur für das Brautpaar ein sehr emotionales Ereignis ist, denke ich heute voller Stolz an die letzten (fast) 30 Jahre zurück:

Nicht nur Kindergarten, Schule, Sportverein und Ausbildung - auch Freude, Trauer und Abenteuer haben wir gemeinsam durchlebt.
Sogar auf den größten und wichtigsten Reisen waren wir vereint: die erste Klassenfahrt, die Abschlussfahrt, der erste Urlaub ohne Eltern und einige weitere.

Doch berichten möchte ich heute von einer Tour die nicht zu unseren schönsten gehört hat und irgendwie genau deshalb so tief in unseren Köpfen und Herzen verankert ist und uns alle immer wieder zum lachen bringt!


Liebe Julia, lieber Jochen
Ich widme euch heute meinen kleinen Post und wünsche euch eine aufregende, liebevolle und glückliche Ehe.
Mögen all eure Träume, Wünsche und Reiseziele in Erfüllung gehen
Bleibt so frei, weltoffen und humorvoll wie ihr seid!
In Liebe
Selina 









Im Januar 2013 befanden mein Mann und ich uns gerade für 4 Monate mit unserem Sohnemann in Singapur. Wie selbstverständlich buchten auch Julia und Kerstin ein Ticket nach Asien, um uns für 14 Tage zu besuchen.
Natürlich wollten wir in diesen zwei Wochen auch möglichst viel erleben und machten uns auf den Weg nach Kuala Lumpur.




Wir buchten für unseren Wochenendtrip ein Ticket für Hin- und Rückfahrt bei goldencoach und zahlten dafür gerade einmal 35€ pro Erwachsenem.
Kinder reisen kostenlos auf dem Schoß der Eltern oder für 10€ extra ganz bequem auf ihrem eigenen Sessel. 
Ja richtig gelesen: SESSEL! Die Sitze in den Bussen der meisten Expressbus-Linien sind viel breiter und deutlich gemütlicher als in normalen Bussen und ähneln Dank der fast ins waagerechte verstellbaren Rückenlehne eher einem Sessel als einem Sitz. 
Für die kleinen Passagiere optimal um zu schlafen oder zu spielen.


Die Tickets hatten wir bereits im Vorfeld bezahlt und ausgedruckt und so mussten wir am Tag der Abreise nur mit Sack und Pack am Abfahrtspunkt im Concorde Shoppingcenter an der Outram Rd bereitstehen.

Die Fahrt war wirklich sehr angenehm und wohl temperariert.
Durch das Schaukeln des Busses schliefen nicht nur die Kleinen Reiseteilnehmer schnell ein und es war während der gesamten 6 Stunden Fahrtzeit angenehm ruhig. 
Nach zwei kurzen Stopps an Grenze und Rasthof, waren wir auch schon da.

Soweit so gut


Doch leider fing hier auch schon das Übel so allmählich an:
Nicht nur das es wie aus Eimern goss und uns der Busfahrer ohne mit der Wimper zu zucken samt Gepäck und Kinderwagen nach draußen schob, es war weit und breit kein Taxi zu finden.
Man kann sich schon im Vorfeld für eine von zwei Bushaltestellen in Kuala Lumpur entscheiden: eine im Herzen KL´s und eine etwas außerhalb gelegen.
Und da unser Hotel nun mal in dieser Richtung lag, wählten wir Möglichkeit 2.

Naja, irgendwann sind auch wir klatschnass mittels Taxi im Hotel eingetroffen.
Glücklicherweise haben wir sogar einen sehr netten und aufrichtigen Fahrer erwischt. Denn die Taxifahrer in Kuala Lumpur könnte man gut und gerne in zwei Kategorien teilen: Gut (wie dieser) oder weniger gut (wie die, die da noch kommen sollten)

Da KL ein wirklich umheimlich tolles Preis-Leistungsverhältnis bei Hotelzimmern aufweist, haben wir uns nicht lange bitten lassen und gleich eine Suite gebucht:




2 Schlafzimmer, 2 Bäder, Küche und Wohnzimmer...alles für uns :-)

Da wir am Anreisetag noch alleine ohne meinen Mann unterwegs waren (er konnte aus beruflichen Gründen erst mit dem Nachtbus aus Singapur anreisen), merkten wir schnell, dass wir für die Einheimischen ein sehr seltsames Bild abgaben:
Drei blonde Frauen mit strohblondem Kleinkind alleine unterwegs in einem muslimischen Land. Ach eigentlich kein Problem dachten wir, doch leider wurden wir schnell eines besseren belehrt. Das Personal im Hotel tuschelte hinter unserem Rücken, ein Taxifahrer lehnte gar ab uns in die Stadt zum Abendessen zu bringen und im Restaurant wurden wir erst nach mehrmaligem auf uns aufmerksam machen bedient. Zuerst schoben wir es auf die Art der Malaien und dachten dies sei hier normal. Doch als am nächsten Morgen mein Mann mit am Tisch saß, sah die Welt gleich anders aus: viel freundlicher, serviceorientierter und alle Taxen fahrbereit...

In den beiden kommenden Tagen besuchten wir einige Attraktionen Kuala Lumpurs und machten uns bereit für eine ausgiebige Shoppingtour...KL soll ja bekanntlich ein absolutes Shoppingmekka sein.
Leider weit gefehlt. Weder europäische Marken, noch amerikanische oder asiatische Marken sind hier wirklich viel günstiger zu finden. Vielleicht haben wir uns aber auch einfach auf Grund der gemachten Erfahrungen nicht mehr richtig aufs Shoppen einlassen können.

Wir besuchten den Menara Kuala Lumpur (Fernsehturm), die Petronas Towers, den KLCC Park und die Shoppingcenter des Golden Triangle. 
Tranken Cocktails, schossen Erinnerungsfotos und hatten eine wirklich tolle Zeit. 






Wir hatten uns diese Stadt wohl einfach nur anders vorgestellt. KL lässt sich wirklich wunderbar zu Fuß entdecken. Auch öffentliche Verkehrsmittel lassen sich gut nutzen. Beim Taxifahren sollte man unbedingt darauf achten mit dem Fahrer einen Preis vor Abfahrt zu vereinbaren. Gerne wird hier einfach mal das vierfache abgerechnet...wir sprechen aus Erfahrung
 -leider-oder besser: selbstschuld





Nach dem wir also die anfänglichen Unannehmlichkeiten überwunden hatten und ein paar schöne Tage im Herzen der Stadt verbracht hatten, kamen wir zu dem Teil der Reise, der diese so schrecklich besonders machte. Was auf der Hinreise absolut empfehlenswert war, wurde auf der Rückreise zur Ausnahmesituation.

Kurz nach dem einchecken am KL Busterminal mussten wir erfahren, dass unser Bus (angeblich) in einen Unfall verwickelt gewesen sei und uns daher nicht abholen könnte.
Stattdessen könnte man uns einige Stunden später einen anderen Bus zur Verfügung stellen und wir könnten mit diesem kostengünstig aber leider nicht per Express nach Singapur reisen.
Da uns ja scheinbar keine andere Wahl blieb, warteten wir eine ziemlich lange Zeit in der schwülen Halle des Terminals.
Irgendwann war es dann auch Gott sei Dank soweit und ein Mitarbeiter brachte uns zum Bus. 
Leider ging es für uns aber nicht wie angenommen ins untere Stockwerk des Terminals von wo die Reisebusse eigentlich abfuhren. Nein, wir wurden durch den Keller, hinaus auf die Straße, durch einen Hinterhof, in eine sehr verdreckte Seitengasse gebracht. Hier machte Julia auch gleich noch die Begegnung schlechthin: zeitgleich überquerte nämlich auch eine riesige Ratte die schmutzige Straße und lief ihr genau zwischen die Füße. 
Ich weiß bis heute nicht welche der beiden erschrockener war: Ratte oder Julia?
Wir restlichen drei hatten zugegebener Maßen einen heiden Spaß bei dieser Begegnung...

...doch was soll ich sagen, der verging uns dann direkt hinter der nächsten Ecke, als wir unseren Bus zu Gesicht bekamen: Uralt, gerissene Frontscheibe und gerappelte voll mit Männern aus aller Herren Länder die genüsslich ein Kippchen nach dem anderen rauchten.
Ich würde mich nicht gerade als empfindlich bezeichnen, aber hier entdeckte ich die Löwenmama in mir und beschloss diesen Bus definitiv nicht zu betreten. Vor allem nicht mit einem Baby.
Der nun nicht mehr ganz so nette Mitarbeiter des Terminals meinte darauf, dass wir keine Sorge haben sollen in Singapur anzukommen. Es würde eben nur ein wenig länger dauern, da dieser Bus einen Umweg fahren müsse. Außerdem müssten wir natürlich auch nicht stehen. Er würde sich um einen Platz für uns kümmern.
Gesagt, getan und er ging durch dir Reihen im Bus und bot den armen Mitreisenden Geld für ihre Sitzplätze an. Einige willigten ein und stellten sich dann auch in den Gang um uns ihre Plätze zu überlassen.
Ich war mit dem Thema eigentlich von Anfang an durch, aber mein Mann der eben immer an das Gute im Menschen glaubt, wollte noch nicht aufgeben und fragte einen der Reisenden wo der Bus denn hin fahre? Ich konnte mir den Zielort nicht merken und weiß auch bis heute nicht ob es sich dabei um eine Destination in Malaysia oder Thailand handelte...aber es war ganz klar nicht Singapur!!!
Nach langem gezeter hatte der Terminal-Angestellte auch keine Lust mehr auf weitere Diskussionen und merkte, dass sein "Plan" bei uns nicht auf gehen würde.
Also resignierte er und gab uns die original Tickets von Golden Coach zurück, nannte uns Abfahrtsort und -zeit für den nächsten Bus und ging davon....

Da standen wir nun wieder und warteten zum dritten Mal an diesem heißen Tag auf den Bus


Man erlebt schon so einiges im Busterminal von KL:
Kakerlaken Schwärme, WC´s die eher Tropfsteinhöhlen ähneln, lautstarke Streitereien und vieles mehr...Langeweile sollte also keine aufkommen ;-)

Zwei Stunden später war es dann soweit und wir konnten entspannt im Bus platz nehmen und unsere Heimreise nach Singapur antreten. Auf Grund der langen Warterei im Vorfeld, hatten wir mit anderen Reisenden bereits Kontakt geknüpft und es wurde eine richtig gelungene Heimfahrt.


Ob ich Kuala Lumpur empfehlen kann?


Ganz ehrlich: Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht hatten wir einfach nur Pech. Vielleicht war es Zufall am ersten Tag auf so viele unfreundliche Menschen zu treffen und es hatte nichts damit zu tun, dass drei Frauen und Baby alleine unterwegs waren. Vielleicht war es gar nicht die Ticketmafia die versuchte uns in einen Billigbus zu stecken, um unsere Tickets dann weiter verkaufen zu können.

Sagen wir mal so:
Als Stop-Over mit kurzem Aufenthalt für Stadtrundfahrt und Fotostop bei den Petronas Towers ist KL bestens geeignet.
Als Wochenendausflug oder gar länger, meiner Meinung nach eher nicht...


Auch wenn sich mein Erfahrungsbericht im Großen und Ganzen eher negativ liest - wir hatten eine tolle Zeit in Kuala Lumpur - nur das ein odere Abenteuer hätten wir eben nicht gebraucht.
Wir sind froh diese Reise gemeinsam erlebt zu haben und lachen noch heute darüber.







Mittwoch, 7. Juni 2017

St. Petersburg mit Tourguide



Unser zweiter Landgang bot gleich zwei Besonderheiten:

Zum einen brauchen Besucher aus Deutschland ein Visum um in Russland einreisen zu dürfen und zum anderen befand sich auf Grund der Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ ganz St. Petersburg im Ausnahmezustand, denn wenn das russische Militär etwas zu feiern hat, dann feiert es richtig…


Aber der Reihe nach:

Wir haben schon öfter mal darüber nachgedacht dem Geburtsland meines Mannes einen Besuch abzustatten und die ein oder andere russische Großstadt genauer unter die Lupe zu nehmen.

Leider scheiterte es in der Vergangenheit immer an der Visumspflicht für deutsche Einreisende. Ein solches Visum müsste Wochen vor Reiseantritt beantragt werden und ist natürlich auch mit weiteren Kosten verbunden. Je nach dem ob man sich um alle Formalitäten selbst kümmern möchte oder eine Agentur damit beauftragt, entstehen zusätzliche Reisekosten von bis zu 110€ pro Person.

Glücklicherweise sind Schiffsreisende hiervon ausgenommen und können beispielsweise St. Petersburg mit einem sogenannten Tourticket besuchen. Hierfür gibt es nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten:


Tourticket 


Entweder man bucht einen Ausflug direkt beim Kreuzfahrtanbieter und begiebt sich mit einer Gruppe, sprich mit einem Sammelvisum, auf Entdeckungstour oder man sucht sich bereits von zuhause aus eine private Reisebegleitung und verbringt den Tag mit dieser ganz individuell im Reiseziel.

Wir haben uns für letzteres entschieden und sind absolut begeistert von diesem einmaligen Städtetrip.


Tourguide



Bereits im Januar habe ich per Mail Kontakt zu verschiedenen Reisebegleitern und Ausflugsagenturen aufgenommen und mir verschiedene Angebote speziell nach unseren Vorstellungen zusammenstellen lassen. Die Preisunterschiede waren extrem, das Leistungsangebot jedoch fast überall gleich. Wir entschlossen uns für einen kleinen Geheimtipp, den ich in einem Reisebericht über St. Petersburg entdeckt hatte:

Elena Likhatschowa von tourbegleitung.com



Ich nannte ihr im Vorfeld all unsere Wünsche und Vorstellungen und sie stellte uns nicht nur ein tolles Programm zusammen, sondern kümmerte sich auch gleich um Visa, das Transportmittel vor Ort und benötigte Eintrittskarten.
Was genau wir für diesen umfangreichen Service zahlen mussten, erfahrt ihr am Ende des Berichts. Nun erst mal zu unserem Tag in St. Petersburg:


Ein Tag in St. Petersburg


Pünktlich wie vereinbart wurden wir um 10 Uhr morgens von unserem deutschsprachigen Reiseleiter Evgenij im Hafenterminal herzlich begrüßt.

Da wir unsere Tourtickets (Visa) bereits vorab per Mail von Elena erhalten haben, hatten wir die Passkontrolle bereits passiert und konnten mit Evgenij direkt zu unserem Minivan laufen, an dem unsere Fahrerin Elena bereits wartete.
Für die beiden Kids waren Kindersitze vorbereitet und im Bus gab es ausreichend Platz für uns und unser Ausflugsgepäck.
Und schon ging es los mit einer ersten Stadtrundfahrt durch St. Petersburg. Evgenij gab uns nicht nur einige erste interessante Infos zu Land und Leuten, er besprach mit uns noch einmal den geplanten Tagesablauf und bat uns darum ihm einfach bescheid zu geben sobald es zu Änderungswünschen unserer Seits kommen sollte. Mit kleinen Kindern weiß man schließlich nie so recht was einen erwartet...
Der erste Stop des Tages war der Besuch der aktiven russisch-orthodoxen Nikolaus-Marine-Kathedrale.



Wir hatten das Glück die Kirche während eines Gottesdiensts besuchen zu dürfen und bekamen so einen kleinen Eindruck vom Gemeindeleben und hatten zudem die Möglichkeit den Chor in Aktion zu hören und zu sehen…wow…wunderschöne Klänge und faszinierende Wandgemälde. Ein beeindruckendes Besuchserlebnis…wenn auch leider ohne Erinnerungsfotos vom Innern der Kirche.
Nach rund 30min Aufenthalt ging es zurück in den Minivan und weiter Richtung Isaakskathedrale. Da wie bereits erwähnt unserer Besuch zufälligerweise auf einen der höchsten Feiertage Russlands fiel und in vielen russischen Großstädten an diesem Tag nicht nur Museen und andere Sehenswürdigkeiten für Besucher geschlossen bleiben, sondern auch Militärparaden stattfinden, musste sich unsere Fahrerin Elena durch überfüllte Straßen kämpfen und so manchen Umweg in kauf nehmen. 



Wir bekamen hiervon allerdings nur sehr wenig mit, denn Evgenij machte aus der Not eine Tugend und zeigte uns seine Stadt auf ganz besondere weise und hatte an jeder Straßenecke eine andere Geschichte parat.
Als wir dann gerade am Yusupov -Palast hielten und er uns die wahre Geschichte über den dreifachen Mord an Rasputin erzählte, gab es einen ungewöhnlichen Lärm.
Die einige Straßen weiter stattfindende Militärparade wurde durch die Luftstreitkräfte imposant beendet. Zahlreiche Hubschrauber und Flugzeuge flogen in unterschiedlichen Formationen über unsere Köpfe hinweg und zu guter letzt rasten zwei wirklich sehr tief fliegende Düsenjets über die Dächer der Stadt und teilten sich unter einem ohrenbetäubenden Lärm in unterschiedliche Flugrichtungen auf. Zahlreiche Autoalarmanlagen begannen zu hupen und uns blieb der Mund offen stehen…oha! Wirklich beeindruckend!





Auf dem Programm stand neben dem Besuch von Kirchen und Kathedralen auch noch eine Fahrt mit einer der tiefsten U-Bahnen der Welt.
Gute 70 bis 90m tief unter der Erde liegt die Metro von St. Petersburg und verbindet viele imposant verzierte Bahnhöfe miteinander.




Natürlich durfte auch der Besuch der Hermitage mitsamt des Winterpalastes nicht fehlen. Doch leider konnten wir diese Sehenswürdigkeit auf Grund des Feiertages nur von Außen bestaunen. So haben wir definitiv einen weiteren Grund für den nächsten Besuch...


Blutkirche


Unser aller Highlight war jedoch die Blutkirche im Herzen der Stadt. Allein die Zwiebeltürme und die Fassade sind einen Besuch wert. Doch um herauszufinden was uns an dieser Kirche so gut gefallen hat, muss man ins Innere eintreten:
Unzählige kleine Mosaiksteine wurden hier zu wunderschönen, einzigartigen Wand- und Deckengemälden zusammengefügt. Wahnsinn.






Sogar unsere Kinder sprechen heute noch von den vielen kleinen Steinchen die ein Bild ergeben. Absolut sehenswert.


Bevor es für uns gegen 17 Uhr zurück aufs Schiff ging, wollten wir noch einen kleinen Spaziergang über St. Petersburgs Prachtstraße Nevsky-Prospect machen, eine kleine russische Köstlichkeit schlemmen und ein paar Mitbringsel einkaufen.




Total Begeistert und rundum zufrieden ging es dann per Minivan zurück in den Hafen, nochmal den ein oder anderen Palast im Blick und vorbei am Kreuzer Aurora. St. Petersburg ist wirklich eine Reise wert...egal ob Familienausflug oder Kulturreisender...einfach ein wunderbarer Städtetrip.


Der Preis

Während der Heimfahrt telefonierte Evgenji mit seiner Chefin Elena und ging mit ihr nochmals den Tag von Anfang bis Ende durch. Nannte ihr alle unternommenen Aktivitäten und wo wir welche Stopps mit nötigen Eintrittskarten gemacht hatten: Alles wie zuvor vereinbart.
Evgenji gab mir sein Handy und Elena bedankte sich nochmal persönlich für das Buchen ihrer Agentur. Nachdem ich ihr ganz begeistert von unserem Trip erzählt hatte, nannte sie mir den Preis für diesen tollen Service:

7h Programm

7h Minivan und Fahrerin und Kindersitzen

7h Tourguide

4x Tourticket (Visa)

4x U-Bahn-Tickets

Eintrittskarten in die Blutkirche



für unschlagbare 297€ !!!


Zum Vergleich: Eine Tour mit Aida hätte für rund 3h Stadtrundfahrt pro Erwachsenem 79€ und pro Kind 59€ kosten sollen.

Viele der anderen Agenturen wollten für das gleiche Programm ab 600€ aufwärts

Also solltet ihr demnächst nach St. Petersburg reisen: Wir können euch Elena und ihr Team nur wärmstens ans Herz legen...es war ein unvergesslicher Tag.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Tallinn - Estland

Nach einem gemütlichen 1. Seetag und einem ausgiebigen Frühstück auf hoher See, ging es für uns das erste mal an Land.

Wir machten uns auf Entdeckungstour durch Estlands Hauptstadt Tallinn.

Bereits zu Hause habe ich mir einige Reiseberichte im Internet angesehen und Reiseführer durchstöbert. Und so konnten wir uns gut vorbereitet auf den Weg machen.

Unser Anleger im Kreuzfahrthafen war rund 1,3km entfernt von Tallinn´s wunderschöner, kleiner Altstadt. Eine Distanz die wir bei strahlendem Sonnenschein und frischen 5°C gerne zu Fuß zurücklegen wollten.
Also alle Mann von Bord und abmarsch Richtung Vanalinn, die Altstadt von Tallinn.

Wir hatten uns vor unserer Kreuzfahrt eigentlich nie wirklich Gedanken über Estland gemacht. Und hätten es womöglich niemals als Reiseziel auserkoren.
Umso überraschter waren wir nun von der Stadt und ihrer Bewohner.

Die Umgebung rund um den Hafen ist neu und modern gestaltet. Es befinden sich noch einige Gebäude und Straßen im Aufbau und man konnte gut erkennen, dass sich hier in den nächsten Jahren noch manches verändern wird.

Nach einigen überquerten Kreuzungen und Dank der guten Beschilderung, waren wir schnell am ersten Punkt unserer kleinen Sightseeing Tour angelangt.

Die dicke Margarethe



Am nördlichen Teil der Altstadtmauer befindet sich die sogenannte Strandpforte.
Damals errichtet um die Stadt vor Angriffen von der See aus zu schützen und bei ankommenden Besuchern Eindruck zu schinden.
Im 16. Jahrhundert wurde dann während der Rekonstruktionsarbeiten ein großer, runder Geschützturm angebaut: die dicke Margarethe.
Heute befindet sich hier das Estnische Meeresmuseum und ein Cafe mit wunderschöner Dachterrasse.


Der Weg hinein ins alte Zentrum führte entlang zahlreicher uralter Häuser.
Manche wurden bereits liebevoll und sehr detailgetreu restauriert, andere wiederum scheinen seit Jahrhunderten unberührt.
Ich hätte in dieser Kulisse eher Hausmütterchen mitsamt Kittelschürze erwartet, als die schick in Louis Vuitton gekleideten working-mums, die uns tatsächlich begegneten.
Eine tolle Mischung aus alter Architektur und moderner Bewohner prägen das Stadtbild.




Die Pikk, die inoffizielle Hauptstraße Tallinn´s, führte uns an der einst höchsten Kirche der Welt vorbei.
Die Olaikirche bietet Interessierten eine sehr enge Aussichtsplattform hoch über den Dächern der Stadt. Mit kleinen Kids leider nichts für uns...





Stattdessen folgten wir der Pikk vorbei an gemütlichen Restaurants und kleinen Geschäftchen, bis hin zur "Pikk jalg".

Früher bestand Tallinn aus zwei Städten, der Ober- und der Unterstadt.
Zu dieser Zeit gab es lediglich einen Weg der die beiden Städte miteinander verband...die Pikk jalg...besser bekannt als der lange Domberg.




Da in dieser engen Gasse schon damals reger Kutschenverkehr herrschte, nahmen Fußgänger den Weg über zahlreiche Stufen zwischen den Häusern, den kurzen Domberg.



Wo früher noch Stadttore die Bewohner am Abend "einschlossen", stehen heute Besucher aus aller Welt und lauschen den Klängen der Straßenmusiker.

Bevor es für uns über den kurzen Domberg hinunter auf den Marktplatz gehen sollte, nahmen wir noch Kurs auf die Alexander-Nevsky-Kathedrale und sahen dort die ersten regionaltypischen Zwiebeltürme unserer Reise



Eigentlich sollte unsere Tour mit dem Besuch des alten Kanonenturms kiek in de kök und einer Führung im Bastionstunnel enden, doch leider werden erst Kinder ab 7 Jahren zur Führung zugelassen (Grund hierfür sind Dunkelheit und Kälte im Tunnel).
Also musste kurzer Hand eine Alternative her.

Da unsere Jüngste während unseres Souvenier-Streifzugs auf dem Marktplatz im Buggy eingeschlummert war und der Große so langsam aber sicher Lust auf eine süße Stärkung bekam, suchten wir nach einem gemütlichen Cafe´.





Unsere Suche führte uns in einen versteckten Hinterhof und dort fanden wir einen echten Geheimtipp








Nach leckerem Schokoeis und heißer Schokolade samt Chilli und Tequila ;-) hieß es für uns Abschied nehmen...



Abschied von einer kleinen, außergewöhnlichen Stadt die wir euch ans Herz legen möchten.


Alle Mann an Bord und bereit machen für neue Abenteuer...

Mittwoch, 17. Mai 2017

Unsere erste Kreuzfahrt und ob wir es wieder tun würden?!

Wir sind gerade zurück aus der Ostsee und noch bevor der Alltag wieder Einzug hält, hier ein erster kleiner Reisebericht unserer Kreuzfahrt...


Bereits im Vorfeld hatten wir uns ausgiebig mit dem Thema Kreuzfahrt beschäftigt, Kataloge und Internetseiten durchstöbert, mit erfahrenen Kreuzfahrtfans gesprochen und Reiseberichte gelesen.

Wohin soll die erste Reise per Schiff gehen?
Wie ist es mit der Sicherheit der Kids an Bord bestellt und kann eine quirlige zweijährige nicht ruck zuck über Bord gehen?
Wie reagieren die anderen Kreuzfahrtgäste auf Kinder und vor allem Kleinkinder?

All diese Fragen haben wir uns vor Reiseantritt gestellt und heute können wir euch unsere Antworten verraten:

Ursprünglich hatten wir geplant eine Transatlantikreise mit der "TUI Mein Schiff" von Jamaika nach Palma de Mallorca zu buchen und waren tatsächlich nur einen Klick davon entfernt, als wir eine sehr ausführliche Reportage inkl. Vergleich dreier Kreuzfahrtschiffe im Fernsehen sahen.
Leider bekamen wir durch diese Reportage den Eindruck, dass der Aufenthalt auf einem Kreuzer stressig, laut und eng sein würde und warfen unsere Pläne komplett über Bord....

Doch irgendwie ließ uns das Thema keine Ruhe und wir entschlossen uns doch noch dazu einfach selbst unsere Erfahrungen zu machen:

Wir durchforsteten sämtliche Kataloge und Internetseiten nach passenden Schiffen und Zielen.
Kurze Zeit später wurden wir bei AIDA fündig.
Es sollte für uns in die Ostsee gehen.

Warum? Gründe dafür gab es einige:

  • Wir wollten nicht die üblichen Mittelmeerhäfen und Städte ansteuern, die wir zum Teil schon von Flugreisen her kannten.
  • Wir wollten schon seit längerem mal ein paar Tage in Russland verbringen und da dies für Kreuzfahrtgäste auch mit vereinfachtem Visum möglich ist, wollten wir dies ausnutzen.
  • Wir suchten nach einer Reise die sowohl Natur als auch Großstadttrubel verspricht und Eltern wie Kindern etwas zu bieten hat.
  • Und zu guter Letzt startete die Tour in Warnemünde und es war keine Anreise/Abreise per Flugzeug nötig.
Ein paar kleine Klicks und schon war unsere Kabine auf der AIDAmar gebucht.
Wir entschieden uns für eine Innenkabine mit Fenster...nein ihr habt euch nicht verlesen, das gibt es tatsächlich...auf der AIDAmar sind z.B. die Kabinen 5206 und 5306 als Innenkabine ausgeschrieben, haben aber ein großes Fenster mit Sichtbehinderung. Das Meer kann man wunderbar sehen und der Preis ist natürlich auch deutlich besser als der einer "tatsächlichen Meerblick-Kabine".
Also Internetrecherche lohnt sich.


Letzten Samstag war es dann endlich soweit und wir stachen in See.

Der Check-In war einfach und reibungslos. Dank der Kids wurden wir bevorzugt und mussten nicht lange warten. 
Es ist wirklich beeindruckend wenn man so ein riesiges Schiff zum ersten Mal aus nächster Nähe sieht und dann an Bord geht.


Leider war unsere Kabine noch nicht zum Einzug bereit und wir beschlossen unser fahrendes Hotel erst einmal zu erkunden:

  • Buffetrestaurants
  • A-la-Cart Restaurants
  • zahlreiche Bars
  • Kidsclub
  • Theatrium
  • 4D-Kino
  • Spa-Bereich
  • Fitnessstudio
  • Pools
  • Sonnendeck
  • Brauerei
  • Casino
  • Sportdeck...
...und vieles, vieles mehr galt es zu entdecken und auszuprobieren. Es sollte also keine Langeweile aufkommen.





Am Nachmittag war es dann soweit und wir konnten uns in der Kabine ausbreiten.
Ein Doppelbett, ein Babybett und ein weiteres Bett (das aus der Decke ausgeklappt wurde) warteten auf uns.
Natürlich ist eine Kabine im Vergleich zu einem Hotelzimmer recht eng, aber es gab ausreichend Stauraum für Kleidung, Spiele, Schuhe und Sonstiges. Auch Koffer, Jacken und Taschen fanden schnell ihren richtigen Platz. 
Gerade mit kleineren Kindern ist eine Kabine für 4 Personen absolut ausreichend.

Bereits bei seiner Willkommensansprache schwärmte unser Kapitän vom Auslaufen aus dem Hafen und das man dies auf keinen Fall verpassen dürfte. Bis es allerdings soweit war, galt es noch für Passagiere und Crew die vorgeschriebene Rettungsübung zu absolvieren.
Manch einem mag das ziemlich nervig erscheinen, man ist ja schließlich im Urlaub. Wir und die meisten anderen Passagiere hingegen fanden es tatsächlich hoch interessant. 
Schon dutzende Male hatten wir die Videos über das Anziehen der Rettungsweste im Flugzeug gesehen. Was sollte also schief gehen? Jetzt standen wir in unserer Kabine auf engstem Raum, mit drei verschiedenen Größen und Arten von Rettungswesten in der Hand. 
Wie war das nochmal? 
Einfach über den Kopf ziehen oder die Arme durch? 
Muss der Gurt verschlossen werden und was ist das für ein blauer Knopf auf der linken Seite? 
Kurze Zeit später ergab jede Öffnung ihren Sinn und wir konnten alle vier die Kabine verlassen und hinaus aufs Deck zur Zählung treten.
Da eine Familie das ganze Wohl nicht Ernst genug nahm oder sich schlicht und einfach verlaufen hatte, dauerte die Übung ein wenig länger als geplant. 
Ich fand es trotz alledem eine sehr wertvolle Erfahrung...

Nun aber zum schönsten Teil des ersten Abends:

Das Auslaufen aus dem Hafen in Warnemünde war wirklich unbeschreiblich schön. 
Strahlender Sonnenschein, blaues Wasser so weit das Auge reicht, viele begeisterte Zuschauer an Land, laut hupende Begleitschiffe und dazu der AIDA Auslaufsong "Sail Away" von Enya





        Der absolute Hammer!!! Alleine hierfür hat sich die weite Anreise nach Warnemünde schon gelohnt.

Anschließend ging es dann aber nicht ganz so euphorisch weiter, denn wenn nach dem Auslaufen über 2000 Passagiere mit knurrendem Magen das Buffet entern wollen, ist Stau vorprogrammiert.
Es brauchte also mehrere Anläufe bis es endlich soweit war und auch wir einen Tisch fanden.
Ein wenig gefrustet durch die lange Suche, begaben wir uns ans Buffet. Immer im Hinterkopf die Frage ob das jetzt wohl all abendlich so ablaufen würde?

Das ausgesprochen schmackhafte und toll angerichtete Buffet entschädigte sofort und wir starteten gemütlich, mit vielen Köstlichkeiten und gut gelaunt in unsere erste Reise auf hoher See!
Und NEIN, die folgenden Restaurantbesuche waren deutlich angenehmer und ruhiger. Es dauert eben eine Weile bis jeder seinen Platz auf dem Schiff gefunden hat :-)


In den kommenden Tagen möchte ich euch mehr über unsere Ausflüge an Land berichten und was vor allem unseren Kids am besten gefallen hat.


Doch zuvor zur alles entscheidenden Frage:
Würden wir es wieder tun?

Kreuzfahrtgäste sind ausgesprochen liebe und offene Menschen. Sehr kinderfreundlich und recht gelassen. Wenn es eng wird rückt man zusammen und tauscht beim Abendessen gleich seine Erfahrungen vom Landgang aus oder gibt sich Tipps für den kommenden Tag oder das Leben an Bord.
Die Crew ist sehr freundlich, hilfsbereit und extrem kinderlieb.
Es macht unheimlich Spaß einen Tag auf See zu verbringen und dabei das Sportdeck oder den Kidsclub unsicher zu machen. Ein Sonnenbad dick eingemummelt in Jacke und Decke auf dem Pooldeck zu nehmen und dabei einen leckeren heißen Caipi zu schlürfen.
Viele unterschiedliche Städte in kurzer Zeit zu besuchen und erste Eindrücke zu sammeln.



JA, wir werden es wieder tun...
...aber erst in einiger Zeit! 

Wir haben festgestellt, dass wir doch einfach mehr Typ Individualreise sind.
Können euch aber trotzdem eine Kreuzfahrt (gerade wegen der Kids) nur wärmstens empfehlen. Unsere Beiden haben sich pudelwohl gefühlt. Und haben es nach jedem Landgang genossen wieder "nach Hause" aufs Schiff zu kommen.
Die Sicherheit an Bord wird groß geschrieben und in fast allen Bereichen im Freien sind Glaswände als Reling verbaut, sodass auch eine quirlige zweijährige nicht über Bord gehen kann. 

Also worauf wartet ihr: Leinen los!!!